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Hans Troyer und die Ifinger Seilbahn Meran 2000 - zwei Generationen südtiroler Seilbahngeschichte
www.bergbahngeschichte.de
zur Geschichte der Großkabinenschwebe- und Standseilbahnen in Deutschland, Österreich und Südtirol
Hans Troyer    
Die Geschichte des Skigebietes Meran 2000 ist untrennbar mit dem Namen des südtiroler Seilbahnpioniers Hans Troyer (1905-1992) verbunden. Geboren als ältester Sohn des Schmiedemeisters Johann Troyer zwang ihn der frühe Tod seines Vaters im Jahre, bereits im Jahre 1926 den väter- lichen Betrieb zu übernehmen.  Neben der reinen schmiedetechnischen Produktion betreibt Troyer eine  Opelvertretung und eine Tankstelle.  Der Betrieb expandiert; 1934 kommt eine Gießerei dazu. Während des II. Weltkrieges dient Troyer als Heerswerkmeister i m  deutschen Heer.  Nach dem Krieg wird das Produktionsprofil erweitert, u.a. werden Dreiräder mit aufgesetzter Baumspritzpumpe hergestellt. 1946 baut  Troyer den Ses- sellift zum Josefsberg, den ersten kallaudierten Sessellift Italiens. Als Laufrollen dienten Panzerkettenrollen, welche aus dem Krieg stammten. Im gleichen Jahr kauft Troyer das ehemalige Kloster Josefsberg - sein Einstieg in das Gastgewerbe. Eines der ersten öffentlichen Thermalhallenbäder im Umkreis Merans entsteht dort. 1956 erfolgt der Erwerb des Schlosses Vorst. 1962 keinen erste Überlegungen zur Errichtung des Wintersport- gebietes Meran 2000. 1963 begannen jedoch die Krisenjahre, Troyer musste die Investitionen in das Skigebiet sowie den Bau der Seilbahn de fac- to  allein bewältigen,  die Aktien wurden  fortlaufend abgewertet.  Dazu kam 1979  ein Anschlag auf das Seil der Bahn, weitere finanzielle Mittel waren notwendig. Troyer musste einen Großteil seines Familienbesitzes verkaufen, darunter Josersberg und das Schloss Vost. bis zu seinem Tod im Jahre 1992 war Troyer eine "öffentliche Person", die sich für ihre Berufsgruppe einsetzte und die Leitung mehrerer metallverarbeitender Betriebe inne hatte. Troyer errichtete und modernisierte eine Vielzahl von Seilbahnanlagen in Italien, so in Foppolo, Boscochiesanuova bei Verona, Asiago, Gröden, Tonale, Reschen, Algund, Cutigliano und Schenna (Seilbahn Taser), Seilbahn Pordoi Latsch, St. Martin, San Marino und am Vigil- joch. Zudem erfolgt der Bau mehrerer Materialseilbahnen. Auch die erste Personenseilschwebebahn der Alpen, die Kohlernbahn, wurde von Tro- yer umgebaut. Bis auf die Elektromotoren und die elektrischen Schalteinrichtungen baute Troyer die kompletten Bahnsysteme in seinen eigenen Werkstätten. Troyer glänzte  mit mehreren  bahnbrechenden Erfindungen  im Bereich des Seilbahnbaus, wie  schwenkbaren Rollenbatterien, Seil- babspannungen am Gegengewicht und hydraulischen Seilklemmen. Troyer entwickelte einen selbstfahrenden Seilbahnwagens,  welcher für  den Personentransport zugelassen war. Umgesetzt wurde dieses Projekt wiederum am Josefsberg als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Sessel- lift. Leider fehlte der Firma Troyer durch die Krisenjahre das Geld, das Projekt der selbstfahrenden Seilbahn weiter auszubauen. Hans Troyer verstarb im Jahr 1992. Texte und Bilder zum südtiroler Seilbahnpionier bietet die Internetseite zu Hans Troyer, welcher auch die vorstehenden Informationen entnommen sind. Die Ifingerseilbahn Meran 2000 war die letzte große schwere Pendelbahn der Firma Troyer. Im Maschinenraum war die originale Antriebstechnik in Aktion zu sehen, in den Räumen des Geschäftsführers in der Talstation befanden sich die originalen Konstruktionspläne des Seilbahnpioniers. Auch wenn das Ski- und Wandergebiet mit der modernen Umlaufseilbahn Falzleben über eine weitere Aufstiegshilfe verfügt - die direkte Anbindung an Meran war und bleibt die Ifingerbahn. Die Troyeranlage (1968 - 2010) wurde als Pendelbahn mit vier Wagen errichtet, wobei ein Umstieg in der Mittelstation zwingend notwendig war. Der überflur angeordnete Antrieb beider Sektionen befand sich in der Bergstation. Bemerkenswert war die offen liegende Konstruktion der Seil- umlenkung im oberen Bereich der Talstation. Die neue Doppelmayranlage wurde in nur 10 Monaten für die Bausumme von ca. 17 Millionen Euro im Jahr 2010 errichtet und in Betrieb genom- men. Mit zwei Großkabinen verkehrt sie direkt zwischen Tal- und Bergstation, so dass kein Umstieg in der Mittelstation mehr notwendig ist. 2011 erfolgte die Inbetriebnahme der Mittelstation Gsteier, welche über eine Brücke sowie eine schwenkbare Zugangsvorrichtung mit dem Wagen 2 er- reichbar ist. Die neue Anlage bietet neben der deutlich kürzeren Beförderungszeit in der Bergstation einen großzügigen Aufenthaltsbereich für die Fahrgäste. Durch den in der Bergstation unterflurig angelegten Antrieb verbesserten sich auch die Arbeitsbedingungen für das Personal, welches jetzt bedeutend weniger Lärmbelastungen ausgesetzt ist. Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Internetseite der Bergbahnen Meran 2000 AG.
Ifinger Seilbahn 1968 - 2010 technische Hauptdaten: Betreiber: Ifinger Seilbahnen AG, nachfolgend Meran 2000 AG / Streckenführung: Meran Naif - Piffingerköpfl / Anlagentyp: schwere Pendelbahn mit Parallelbetrieb und Umstieg in der Mittelstation / Anzahl der Stützen: 4 / Tragseildurchmesser: 60 mm / Höhenunterschied: 1239,96 m / Förderleistung: 500 Personen pro Stunde / Anzahl der Fahrbetriebsmittel: 4 / Fahrgeschwindigkeit: 8,5 m/s / schräge Länge: 3631,40 m / Antrieb in: Bergstation / Steuerung von: Bergstation, Notbetrieb von der Talstation aus möglich / Hersteller: Troyer / Inbetriebnahme: Inbetriebnhme: 1968 / Stillegung, nachfolgender Abbruch und Aufbau der neuen Anlage: 28. Februar 2010
Ifinger Seilbahn seit Dezember 2010 technische Hauptdaten: Betreiber: Meran 2000 AG /  Inbetriebnahme: Dezember 2010 / schräge Länge: 3648 m / mittlere Neigung: 34,30 % / Antriebsleitung: 1340 kW / Fahrbetriebsmittel: 2 zu je 120 + 1 Personen / Fahrgeschwindigkeit: 7,0 - 11,0 m/s / Anzahl der Stützen: 3 / Tragseile: 2 pro Fahrbahn mit 70 mm Durchmesser / Anzhl der Zugseile: 2 mit 42mm und 32 mm Durchmesser / Systemhersteller: Doppelmayr Graventa Group / Kabinenhersteller: CWA / Seilhersteller: Readaelli Tecno AG  
Ifinger Seilbahn
Fotos: E. Schurr
Fotos: E. Schurr